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 Berichte über Veranstaltungen des Kreisverbands

 

 

Politikergespräch 2017
 
Von l nach r: MdL Peter Tomaschko, Katharina Wiedemann, Martina Ritzel, Eric Altmanshofer,
Brigitte Beck, Patrick Glaser
 
Der bereits seit Jahren bestehende Austausch zwischen dem BLLV Kreisverband Aichach-Friedberg und MDL Peter Tomaschko wurde auch in diesem Sommer weitergeführt. Beide Seiten betonten, wie wichtig und gut ein offenes, vertrauensvolles Gespräch sei.
 
Die im Bildungspaket beschlossenen Verbesserungen werden im Verband durchaus positiv gewertet. Auch Tomaschko konnte zufrieden davon berichten, dass neue Stellen in der Verwaltung und für die Aufstockung der mobilen Reserven geschaffen werden. Gleichwohl wies Kreisvorsitzende Martina Ritzel darauf hin, dass jedoch noch mehr Geld in Bildung investiert werden muss: „Bei den Kleinen in der Grundschule muss man beginnen!“
Die Belastung der Lehrerinnen und Lehrer wird immer größer. Die aktuellen neuen kompetenzorientierten Zeugnisse tun ihr Übriges dazu. Auf zwei gut gefüllten Seiten werden die Eltern über die Lernfortschritte ihrer Kinder informiert. Sehr viel Arbeit steckt hier dahinter.
Tomaschko berichtete über die geplante und geforderte Digitalisierung in den Schulen, die sicherlich sehr wichtig ist. Die anwesenden BLLV-Mitglieder erklärten aber deutlich, dass auch hier eine Unterstützung für die Schulen und Lehrkräfte seitens der Regierung nötig ist. Nicht nur Geld für die benötigte Hardware, sondern vor allem Spezialisten als Unterstützung für die Systembetreuung sind für ein Gelingen der Umsetzung entscheidend.
Für Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko gab es also wieder eine Menge an Informationen und dringenden Forderungen, die er weitergeben wird. Es werden dringend mehr Lehrerkräfte benötigt, um den bereits bestehenden Aufgaben, sowie den weiter wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.
Nach einer sehr konstruktiven, in angenehmer Gesprächsatmosphäre geführten Aussprache bekundeten beide Seiten, dass sie auch weiter im Dialog bleiben wollen.
 
 
Kirchenführung
 

Die katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Aichach hat eine lange Geschichte:
Sie war anfangs nicht der Mutter Gottes geweiht und durchlief auch viele kunsthistorische Epochen. Herr Ruhland, Mesner in Aichach, führte eine Gruppe BLLV-Mitglieder durch die Kirche, den renovierten Dachstuhl und vor allem auf den Turm mit seinen 6 imposanten Glocken. Der 1000 Jahre alte Turm hält den 10 Tonnen gut stand, so kamen auch die interessierten und begeisterten Besucher wieder heil am Boden an und ließen den Nachmittag im Biergarten ausklingen.
                Martina Ritzel

 

 Vorsorgevollmacht

 

 
Das geht uns alle an! - Vorsorgevollmacht
In einem anschaulichem Vortrag ging Max Schindlbeck beim Thema Vorsorge auf die Bereiche Betreuung, Geschäftsunfähigkeit, Vermögensverwaltung und einiges mehr ein. Die Nachfragen der interessierten Zuhörerschaft zeigten, wie wichtig vielen dieses Thema ist. Das eindringlichte Anliegen vom Referenten wiederholte er am Ende nochmal deutlich: Füllen Sie das Formular in der nächsten Woche aus, lassen Sie es nicht zu lange liegen!
 

        Martina Ritzel 

 

Vorlesewettbewerb der 4. Klassen

 

Im Landkreis Aichach-Friedberg beteiligten sich wieder alle Grundschulen am  Vorlesewettbewerb der 4. Klassen, den die Kreisvorsitzende Martina Ritzel und ihr Team in bewährter Weise organisierten.
Nach vier Hürden stand der Landkreissieger im Vorlesen fest: Die Jury aus Mitgliedern des Kreisverbandes, der Schulrätin Ingrid Hillenbrand, des Kreisvorsitzenden der Raiffeisenbanken Peter Burnhauser und des Landrates und Schirmherrn des Wettbewerbes Dr. Klaus Metzger, kürten Clemens Wittkopf von der Grundschule Dasing zum Sieger.
Zuvor hatte er - wie auch die anderen fünf Finalisten - bereits in seiner Klasse, seiner Schule und beim Zwischenentscheid des Landkreises gewonnen. Die jeweiligen Buchpreise konnten durch die finanzielle Unterstützung der örtlichen Raiffeisenbanken verteilt werden. Das Finale fand in der Grundschule Pöttmes statt. Clemens darf sich nun über eine Lesung der Jugendbuchautorin Heidemarie Brosche für seine ganze Klasse freuen.
                    Martina Ritzel

 

Martina Ritzel übernimmt Vorsitz im Lehrerverband
 
 
Aichach - Die neue Vorsitzende im Kreisverband Aichach-Friedberg des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) und Nachfolgerin von Birgit Schubert ist Martina Ritzel.
Vor den Neuwahlen im Verlauf der Generalversammlung stellte die Vorstandschaft in den Rechenschaftsberichten die Aktivitäten der letzten drei Jahre dar. Zahlreiche Veranstaltungen wie Fortbildungen, Ausflüge mit Führungen, kleinere Reisen und politische Gespräche wurden für die Mitglieder des Lehrerverbands organisiert.
Eine engagierte Vertretung der Lehrerschaft muss aber heute auch auf Missstände im Bildungsbereich hinweisen. Der BLLV kämpft seit über 150 Jahren für eine bessere, schülergerechte Schule und Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen. So unterstützt auch der Kreisverband das Manifest "Haltung zählt", in dem der BLLV auf die zunehmende Aggressivität in der Sprache und in den Umgangsformen hinweist. Der Erfolg der BLLV-Arbeit spiegelt sich auch in der Mitgliederzahl des Kreisverbands wider. Diese stieg seit der letzten Generalversammlung 2014 stetig und liegt jetzt bei 464.
Rupert Jung, Ehrenvorsitzender im Kreisverband, leitete die anschließenden Neuwahlen. Mit Birgit Schubert, die als Vorsitzende nicht mehr zur Verfügung stand, gab es im Bereich der engeren Vorstandschaft einige Veränderungen: Martina Ritzel folgt ihr als Vorsitzende nach, Eric Altmannshofer und Patrick Glaser unterstützen sie als Zweiter und Dritter Vorsitzender. Kassier und EDV-Beauftragter bleibt Rudi Neuberger, als Beisitzer kandidierten erfolgreich Sabine Kapfhamer und Ingrid Predasch. Das Amt des Geschäftsführers übernimmt weiterhin Eric Altmannshofer.
Auch in der erweiterten Vorstandschaft gab es Veränderungen, es standen genügend aktive Mitglieder zur Wahl zur Verfügung.
Abschließend würdigte die Bezirksvorsitzende Gertrud Nigg-Klee die herausragenden Verdienste und das enorme Engagement von Birgit Schubert, die den Verband im Landkreis seit 2003 leitete. Die anwesenden Mitglieder und der neue Vorstand des Kreisverbands Aichach-Friedberg wählten Schubert einstimmig und unter großem Applaus zur Ehrenvorsitzenden.
 
 
Weihnachtsfeier 2016
 
 
Vorne: H. Eickenbusch, H. Winkler
Hinten: B. Schubert, M. Ritzel,  I. Dietrich, Ch. Jakob, M. Sailer, H. Konrad, B. Schuhmann, S. Mößner, R. Jentsch, V. Weidekamm-Stork
 
 
Mit Ehrennadeln, Urkunden und Gedenktellern durften die beiden Vorsitzenden Birgit Schubert (1. Vors. BLLV-KV Aichach –Friedberg) und Martina Ritzel (2. Vors) zahlreiche treue Mitglieder des BLLV - Lehrerverbandes ehren.
Der BLLV - Kreisverband Aichach-Friedberg traf sich zu einer vorweihnacht-lichen Feier im Gasthaus Wagner in Untergriesbach.
Die musikalische und künstlerische Umrahmung bei den Ehrungen übernahmen der A-Capella-Chor unter der Leitung von Alfred Schwertfelner und die Aichacher Künstlerin Maria Breuer, die mit ihren Bildern und dazu passenden, besinnlichen Texten die begeisterten Zuschauer-und hörer in ihren Bann zogen.
Gerne spendeten dann die Gäste für das Kinderhaus und Berufsbildungszentrum in Peru, das der BLLV seit 18 Jahren unterstützt.
Mit Urkunden, Ehrennadeln und einem Präsent wurden geehrt:
Für 60-jährige Mitgliedschaft: Hermann Winkler 
Für 50-jährige Mitgliedschaft: Hannelore Eickenbusch
Für 40-jährige Mitgliedschaft: Adelheid Büschl, Christa Jakob, Rita Jentsch, Adelheid Konrad, Monika Sailer, Birgit Schubert
Für 25-jährige Mitgliedschaft: Isolde Dietrich, Sabine Mößner, Birgitta  Schuhmann, Viola Weidekamm-Stork
Nicht auf dem Bild: Dorothea Renz, 25 Jahre, Heinz Amesreiter, 40 Jahre, Dr. Josef Maier 40 Jahre, Adelheid Büschl, 40 Jahre und Martin Reitmeier, 60 Jahre.
 
 

Fachgruppentreffen Verwaltungsangestellte
 
Am 16. November 2016 trafen sich die Verwaltungsangestellten der Bezirksfachgruppe Schwaben unter der Leitung von Petra Müller in der Grundschule und Mittelschule Kühbach.
 
Frau Müller berichtete über Neuigkeiten aus dem Bezirkspersonalrat und der Landesfachgruppe. Anschließend diskutierte man über die Arbeit der Bezirksfachgruppe. Verschiedene Projekte wurden geplant und Termine festgelegt, wie z.B. der Tag der Verwaltungsangestellten im BLLV Schwaben 2017, Treffen der Arbeitnehmervertreter in den Personalrat-Gremien und natürlich auch die anstehenden Tarifverhandlungen zum neuen TV-L. Wie immer war auch Raum für Fragen und Anliegen der Verwaltungsangestellten aus den Kreisverbänden.
Nach einer konstruktiven Sitzung waren sich die Teilnehmerinnen einig, dass man viel Neues erfahren hat und sich darauf freut, weiterhin gemeinsam für die Belange der Verwaltungsangestellten einzutreten. 
 
 
 
 
BLLV Kreisverband Aichach-Friedberg im Gespräch mit MdL Dr. Simone Strohmayr
 
Auch im Schuljahr 2015/16 gibt es wieder genügend Gesprächsstoff zwischen BLLV und Frau Dr. Simone Strohmayr. (SPD) Sie ist Mitglied im Bildungsausschuss und deshalb sehr interessiert an allem, was den Lehrern auf den Nägeln brennt. Da sie sich auch oft ein eigenes Bild beim Besuch von Schulen macht, ist sie wirklich über die Probleme vor Ort informiert, die ihr aber die BLLV-Mandatsträger noch deutlicher machen wollen, damit sie bei den verantwortlichen Politikern auch direkt ankommen.
 
 
Schubert: Für die gestiegenen Anforderungen an den Schulen brauchen wir vor allem noch mehr qualifizierte Lehrer und pädagogisches Personal zur Unterstützung. Es reicht hinten und vorne nicht. Auch die in letzter Zeit zahlreichen zusätzlichen Einstellungen sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Inklusion, Integration, zunehmende Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen sowie mehr gebundene oder nicht gebundene Ganztagsschulen erfordern unbedingt auch mehr persönliche Ressourcen.
 
Ritzel: Viele Kinder würden gerne weiterhin eine Förderschule besuchen, doch die sind restlos überfüllt und dürfen nicht mehr Klassen bilden. Deshalb landen auch solche Kinder an den Grund-und Mittelschulen, wo man sie nicht so gut fördern kann wie an den an Räumen und Personal besser ausgestatteten Förderschulen. Nur kleinere Klassen und im Bedarfsfall eine zweite pädagogische Kraft im Klassenzimmer wäre hilfreich, um Kinder bestmöglich fördern zu können, so Ritzel.
 
Frau Strohmayr stellt sich auch die Frage: Warum findet die Integration von Flüchtlingskindern größtenteils an Grund-und Mittelschulen statt, obwohl Kinder auch an Gymnasien und Realschulen sicher gut Deutsch lernen könnten, um danach bei entsprechender Eignung weiterhin an diesen Schularten zu verbleiben?
Rosi Kuttner, Förderlehrerin, träumt davon, dass pro 100 Schüler ein Förderlehrer zur Verfügung stehen müsste. Dann könnte man sich wirklich kontinuierlich mit dem einzelnen Schüler beschäftigen und eine echte Förderung gewährleisten. Was jetzt an den Schulen stattfindet, ist Flickwerk, das große Löcher bekommt durch kurzfristige Vertretungseinsätze oder ausschließlichen Unterricht für nicht deutsch sprechende Kinder, wenn dieser gerade benötigt wird.
 
Die Politikerin war überrascht, zu erfahren, dass inzwischen zahlreiche Lehrer als mobile Reserven unterrichten, die gerade einmal das 1. Staatsexamen absolviert haben, wenn überhaupt. Sie sind wichtig, damit nicht noch mehr Unterricht ausfallen muss. Auf lange Sicht jedoch ist das keine Lösung. Es sind zahlreiche ausgebildete Lehrer auf dem Markt, vor allem mit gymnasialer Ausbildung, die jedoch nur eingeschränkt an Grund-und Mittelschulen verwendet werden können. Auch sind befristete Einstellungen für die Betroffenen höchst unbefriedigend. Werden sie nicht ausreichend unterstützt bei ihren Aufgaben, sind sie schnell ausgebrannt und nicht mehr uneingeschränkt einsetzbar. Doch wer soll ihnen helfen? Für ausgebildete Lehrer gibt es keine zusätzlichen Stunden, um Betreuungsaufgaben zu übernehmen.
Der Lehrermangel ist auch darauf zurückzuführen, dass viele Lehrerinnen nur noch in Teilzeit arbeiten können oder wollen, weil der Beruf inzwischen psychisch sehr anstrengend und belastend sein kann. Davon zeugen vermehrte Langzeiterkrankungen von Lehrkräften, auch von jüngeren.
 
Die Ausbildung von Stufenlehrern, die in jeder Schulart einsetzbar wären, erscheint Frau Dr. Strohmayr hier als mögliche Lösung. Aber der Verband der Philologen ist hiervon nicht recht begeistert, möchte er doch auch seine Vormachtstellung bezüglich Bezahlung und Stundenmaß nicht gefährden. Modellversuche, um Lehrer für andere Schularten zu qualifizieren, laufen. Doch das dauert und bietet momentan keine große Entlastung für Schulen, die händeringend nach Personal suchen. .
Claudia Faßnacht, die Rektorin einer großen Mittelschule, bemängelt auch, dass durch aufwändigen Bürokratismus und immer mehr Aufgaben, die an den Schulleitern hängen bleiben, diese an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit kämen.
 
Ritzel: Auch die neuen Grundschulzeugnisse erfordern viel zu viel Arbeitszeit, die die Lehrer im tagelangen Verfassen von Fließtexten leisten müssen und die ihnen die Kraft für wichtigere Aufgaben raubt. Diese Zeit wäre auch besser genutzt für die Zusammenarbeit von Lehrkräften, wofür es auch überhaupt keine zusätzlichen Stunden gibt. Immer mehr macht die Lehrer krank, vor allem, wenn der Nutzen der Arbeit für das Kind nicht ersichtlich wird.
 
Eine Frage stellten sich zuletzt alle: Warum ist der Beruf des Lehrers, vor allem an Grund-und Mittelschulen, für Männer inzwischen so uninteressant? Genießt der Beruf so wenig Ansehen in der Öffentlichkeit oder ist die Bezahlung an Grund –und Mittelschulen in Kombination mit einer wesentlich höheren Unterrichtsverpflichtung im Vergleich zu Gymnasium und Realschule einfach nicht mehr zeitgemäß?

 

Viele Fragen, kaum Antworten oder mögliche Lösungen. Nur wenn die Vertreter der Politik immer wieder mit den Anliegen der Lehrerinnen und Lehrer konfrontiert sind, werden sie die Probleme für wichtig erachten und nach Lösungen suchen müssen. 

 

BLLV Kreisverband Aichach-Friedberg im Gespräch mit MdL Peter Tomaschko

Der Lehrermarkt ist leergefegt – Geldmittel sind vorhanden, aber die Lehrer fehlen. Regierung und Schulämter suchen dringend Personal, damit in erster Linie der Regelunterricht vollständig stattfinden kann und außerdem die Integration von nicht-deutschen Schülern gelingen kann
 
Es ist inzwischen schon Tradition, dass sich Vertreter/innen des BLLV-Kreisverbandes Aichach-Friedberg einmal jährlich mit Herrn Tomaschko treffen, um mit ihm aktuelle Themen und Anliegen der Bildungspolitik zu diskutieren, in der Hoffnung, dass dieser Erfahrungsaustausch, verbunden mit Anregungen und Kritik an höherer Stelle Gehör findet.
Wie auch Herrn Tomaschko nicht ganz unbekannt ist, unterrichten momentan an Grund-und Mittelschulen zahlreiche Lehrer, die mit ihrer Ausbildung noch nicht ganz fertig sind. Das wurde dadurch ermöglicht, dass es im Februar noch einmal Mittel gab, um diese als Mobile Reserve einzustellen. Ebenso füllen viele, die ihre Ausbildung für Gymnasium und Realschulen abgeschlossen haben, aber an ihren Schularten aus verschiedenen Gründen nicht eingestellt wurden, die Lücken in Grund-und Mittelschulen. Sie leisten hier wertvolle Arbeit und die Schulleiter sind hochzufrieden mit ihrer Leistung. Leider werden sie aber aufgrund rechtlicher Hürden nur mit kurzfristigen Anstellungsverträgen, die ihnen für ihre Zukunft keine Planungssicherheit bieten, eingestellt. Gerne würde sich ein Teil von ihnen für das Lehramt an Grund-und Mittelschulen nachqualifizieren, was aber sehr lange dauert und fast mit einem neuen Referendariat verglichen werden kann, das sie aber ja schon einmal für ihre Schulart absolviert haben. Außerdem gibt es die Möglichkeit nur für zirka 100 Lehrkräfte in ganz Bayern. Claudia Faßnacht, die Rektorin der MS Friedberg, kann nicht nachvollziehen, warum eine gute Lehrkraft, die die Schule dringend benötigt, nach diesem Schuljahr nicht bleiben kann.
Auch pensionierte Lehrkräfte werden als Fachpersonal zum Vermitteln der deutschen Sprache für Flüchtlingskinder angeworben. Außerdem dürfen sie auf Antrag ein ganzes Schuljahr über die Pensionsgrenze hinaus im Dienst bleiben.
Rosi Kuttner gibt zu bedenken, dass ein einzelner Lehrer/in in Übergangsklassen nicht ausreichen würde, es bräuchte dringend noch mehr zusätzliches Personal wie Sozialpädagogen, Förderlehrer usw. Doch auch hier ist der Stellenmarkt leergefegt.
Patrick Glaser sieht es als problematisch, dass inzwischen jeder Lehrer, der sich fortbilden will oder muss, wieder ein Loch in die Unterrichtsversorgung reißt.
Martina Ritzel prangert an, dass auch an kleinen Schulen viel mehr Stunden für jegliche Fördermaßnahmen nötig seien. Flüchtlingskinder sitzen nicht nur in Ü-Klassen.
Wie sollen so die hohen Qualitätsstandards an bayerischen Schulen gehalten werden?
Die in den Augen vieler Schulleiter überflüssige und aufwändige Evaluation könnte ausgesetzt werden. Sie kostet Geld, Lehrerstunden und über die Effektivität lässt sich streiten. „Wir haben kompetente Schulräte/innen, die bei Problemen an Schulen jederzeit beraten können, dazu braucht es keine externe Evaluation“, darüber sind sich alle Gesprächsteil-nehmer einig.
Tomaschko informierte, dass gerade in Bayern 40% der Flüchtlinge in einem beschulungspflichtigen Alter seien, mehr als in anderen Bundesländern und zeigte großes Verständnis für die bestehenden Probleme an den Schulen.
Die Forderung der BLLV-Fachleute an die Regierung lautet hier eindeutig, so Schubert, „Wir brauchen jetzt die „kreativen, passgenauen und unbürokratischen Lösungen“, die Herr Ministerpräsident Seehofer den Schulen versprach.
Wir wünschen uns:
- mehr Vertrauen in die Eigenverantwortung der Schulleitungen, die durch enorme Leistungsbereitschaft alle Beeinträchtigungen auszugleichen versuchen, denn sie wissen am besten, was an ihren Schulen notwendig ist. (Neuberger, Faßnacht, Ritzel)
- eine einfachere Handhabung bei Einstellungsverträgen und grundsätzlich weniger Formalitäten, die kostbare Zeit rauben,
- mehr ausgebildete DAZ (Deutsch als Zweitsprache)-Lehrer und zusätzliches Personal in Ü-Klassen (Kuttner,  Almannstöter)
- mehr Übergangsklassen an Gymnasien und Realschulen, auch hier könnten die begabteren Flüchtlingskinder Deutsch lernen
- mehr qualifiziertes Personal wie Sozialpädagogen, Psychologen etc. ,damit in Bayern wirklich kein Kind verloren geht.
 
 

Faszination tropischer Schmetterlinge im botanischen Garten Augsburg

     
In kleiner Runde erhielten wir eine höchst interessante Führung vom Leiter des botanischen Gartens Augsburg durch die dortige Schmetterlingsausstellung.

Asylbewerberkinder besser verstehen und Orientierungshilfen für den Alltag geben

 
 
Bindung und Sicherheit als Voraussetzung für das Erlernen der deutschen Sprache

Zu diesem Thema durfte Kreisvorsitzende Birgit Schubert die Referentin, Beratungsrektorin und Schulpsychologin Ruth Spannagl-Schulan begrüßen. Sie verstand es, mit Erlebnissen aus ihrem Beratungsalltag die psychologisch und fachlich sehr anspruchsvolle Veranstaltung aufzulockern.

„Ich bring dir die Knochen, du machst das Fleisch“, mit diesen Worten erklärte der Vater eines Asylbewerberkindes sehr deutlich, was er von einem deutschen Lehrer erwartet.

Nach der Ankunft in Deutschland unterliegen die Kinder den Stadien eines Migrationsprozesses, der von erhöhter Anpassung bis Ernüchterung geht, was zirka nach drei Monaten der Fall ist, wenn die Asylsuchenden den Boden der Realität erreicht haben. Nun sei es Aufgabe der Schulen, sie zu integrieren. Die vorrangige Aufgabe der Lehrer ist es dabei, den Kindern die deutsche Sprache zu vermitteln und gleichzeitig für rasche Integration zu sorgen.

Laut Spannagl-Schulan müsste unbedingt zuerst gewährleistet sein, dass sich das Kind in der neuen Umgebung sicher und angenommen fühlt, erst dann könnte es entspannt lernen.

Neurobiologische Kenntnisse zeigen nämlich, dass fehlende Zugehörigkeit als ähnlich alarmierende Bedrohung aufgenommen wird wie körperliche Schmerzen.

Auch das „Trauma“, was ja Verletzung bedeutet, muss in jeder Situation, der das Kind ausgesetzt ist, berücksichtigt werden, denn nicht das Ereignis selbst ist das Trauma, sondern die Folgen. Bevor diese Kinder lernen können, brauchen sie positive Unterstützung und Erfolgserlebnisse, auch wenn diese klein sind. Nur zwei Minuten persönlicher Zuwendung des Lehrers zu einem Kind wird im Gehirn als positive Emotion gespeichert, und das ist genau das, was durch das Trauma verloren gegangen ist.

Auch muss berücksichtigt werden, dass die Kinder in ihren Herkunftsländern fast nur auswendig lernen müssen und die Benotung eines Faches auch das Verhalten beinhaltet.

Regelmäßige Rituale geben Sicherheit und sollten deshalb immer in den Unterricht eingebaut werden.

 

Als Fazit der BLLV-Veranstaltung, die den Teilnehmern viel an neuem Wissen vermittelte, konnten die Lehrerinnen und Lehrer überzeugt werden, dass an erster Stelle die Bindung und das Vertrauen stehen müssen, bevor das Erlernen einer Sprache und die Integration erfolgreich gelingen können. 

 

Weihnachtsfeier 2015 des Kreisverbands Aichach-Friedberg mit Ehrungen

Sie gehören als Teil des Kreisverbandes Aichach-Friedberg zu einem aktiven und einflussreichen Lehrerverband, der inzwischen über 60 000 Mitglieder in ganz Bayern zählt!

 

 

1. Reihe: Susanne Spindler, Anni Neukäufer, Adalbert Hirner, Otti Jocham, Birgit Schubert 2. Reihe: Martina Ritzel, Adolf Leiter, Josef Gschwandner, Patrick Glaser 3. Reihe: Hermann Wackerl, Georg Schmid, Helmut Lenz

 

Nicht auf dem Bild:
25 Jahre: Gudrun Daniel,  Herta Hafner, Thomas Hell, Annette Langner, Marianne Leithner, Sabine Schildbach Sabine Trinkl, 40 Jahre:  Martha Deuringer, Albert Eder, Christian Hauke, Christine Helfer

Mit Ehrennadeln, Urkunden Gedenktellern, Büchern und Präsentkörben durften die beiden Vorsitzenden Birgit Schubert, 1. Vors. BLLV-KV Aichach –Friedberg und Martina Ritzel, 2. Vors., zahlreiche treue Mitglieder des BLLV - Lehrerverbandes ehren.

Die musikalische Umrahmung bei den Ehrungen übernahm der ehemalige Lehrer, Mundartautor und Musiker Gerold Sedlatschek mit seiner Tochter und Enkelin.

 

Es wurden geehrt:

 

Für 60-jährige Mitgliedschaft: Adalbert Hirner

Für 55-jährige Mitgliedschaft: Otti Jocham, Adolf Leiter, Hermann Wackerl

Für 50-jährige Mitgliedschaft: Georg Schmid

Für 40-jährige Mitgliedschaft: Josef Gschwandner, Anni Neukäufer, Helmut Lenz

Für 25-jährige Mitgliedschaft: Susanne Spindler

 Die Ehrenjubilare gestalteten die Feier selbst aktiv mit, indem sie Anekdoten und wahre Geschichten aus der „guten, alten Zeit“ erzählten. Es stellte sich dabei heraus, dass es vieles, was heute im Schulalltag zu finden ist, schon lange Zeit davor gab.

Die Lehrer hielten ihren Unterricht ganz selbstverständlich in „Kombiklassen“, die damals anders hießen. Heute werden sie als Neuheit angepriesen. Sie unterrichteten oft 4 Jahrgangsstufen gemeinsam in einem Klassenzimmer, z. B. die Jahrgangsstufen 1 bis 4 oder 3 bis 5, mehr als 50 Schüler saßen oft darin. Der Übertritt ins Gymnasium war kaum ein Thema, weil es keine geeigneten Fahrverbindungen auf dem Land gab. Es wurde Schichtunterricht erteilt. Der Unterricht wurde auf vormittags und nachmittags verteilt, heute nennt man das Ganztagsschule. Die Lehrer unterrichten als Aushilfs-„ap“-Lehrer, wenn sie noch nicht verbeamtet waren. Auch die „Hilfsschulen“, heute heißen sie Förderschulen oder sonderpädagogisches Förderzentrum, gab es schon. Mit Schmunzeln erzählte ein Kollege, dass auch schon mal die „Frau Löhrerin“ den Unterricht vertrat, wenn ihr Mann es aus bestimmten Gründen nicht rechtzeitig in den Unterricht schaffte. Das war ja kein Problem, weil der Dorflehrer direkt im Schulhaus oder im angrenzenden Gebäude wohnte. Bei Platzmangel musste gelegentlich auch das Lehrmittelzimmer kurzfristig als Wohnung zweckentfremdet werden. Auch um das leibliche Wohl ihres Lehrers kümmerten sich die Schüler, es gab wunderbare Geschenke, z. B. 100 Eier auf einmal an Ostern, die dann mühsam mit dem Fahrrad nach Hause transportiert werden mussten. Heute dürfte ein Lehrer so ein großes Geschenk nicht mehr annehmen, es könnte ihm als „Vorteilsnahme“ im Dienst ausgelegt werden.

Nach ein paar besinnlichen, informativen Stunden, die vor allem von echtem gesellschaftlichem Miteinander geprägt waren, verabschiedeten sich die Mitglieder mit den Worten, dass man dem BLLV auch in Zukunft die Treue halten werde.

 

 

Dienstanfang  - gemeinsam sind wir stark

 Wie immer, eine Woche vor Schulanfang, konnte BLLV Kreisvorsitzende Birgit Schubert zahlreichen Dienstanfängern mit Tipps rund um den Schulalltag und Einblicken in das Beamtenrecht den Einstieg in den Vorbereitungsdienst mit Kaffee und Kuchen versüßen. Die Vorstandsmitglieder: 2. Vors. Martina Ritzel, 3. Vors. Patrick Glaser und Florian Klebrig, ABJ-Vertreter im Landkreis, die diese überaus anstrengende Zeit im Leben einer Lehrkraft aus eigener Erfahrung noch gut in Erinnerung haben, konnten besonders gut auf Fragen und Anliegen der jungen Kolleginnen und Kollegen eingehen. Auch auf die Vorteile, die eine Mitgliedschaft im BLLV mit sich bringt, besonders auf die Leistungen des Wirtschaftsdienstes: die kostenfreie Diensthaft-pflicht- und Schulhausschlüsselversicherung, sowie den Rechtsschutz wies Schubert ausdrücklich hin.

 

Lehrer genießen Wein und Kultur im Odenwald

 Die diesjährige Wein-und Kulturreise führte die Mitglieder unseres Kreisverbandes Aichach-Friedberg nach Heidelberg und ins Neckartal. Die erste Station der Reise bot mit der Erlebniswelt in der Charlottenhöhle in Giengen an der Brenz ein angenehmes, kühles Abtauchen in die mit 587 Metern längste Schauhöhle Süddeutschlands. Weiter ging es dann nach Weinheim bei Heidelberg.

Eine 6-stündige Odenwaldrundfahrt über die Städtchen Erbach, Michelstadt, Amorbach und Miltenberg bot am 2. Tag sowohl kulturelle als auch geografische Kurzweil . Wie immer in der 10-jährigen Geschichte der Wein-und Kulturfahrten durfte die obligatorische Weinprobe als krönender Abschluss des Tages nicht fehlen.

Der Höhepunkt der Reise war am nächsten Tag die Besichtigung des Heidelberger Schlosses, wo sich die Aichacher Lehrer unter ein bunt gemischtes, riesiges Touristenpublikum aus aller Herren Länder mischten. Am Nachmittag bot eine erholsame Schifffahrt durch das romantische Neckartal Erholung und Muße.

Nach drei mit Kultur und gesellschaftlichem Leben ausgefüllten Tagen ging es dann wieder zurück in den Alltag nach Aichach.

 

 

Mehr als 1000 Grundschüler beim Vorlesewettbewerb des BLLV im Wittelsbacher Land

 Alle 4. Klassen des Landkreises Aichach-Friedberg beteiligten sich am Vorlesewettbewerb des BLLV, der bereits zum 26. Mal stattfand. Ins Leben gerufen von Rupert Jung, führt nun die 2. Vorsitzende des KV Aichach-Friedberg, Martina Ritzel, diese Tradition weiter. Als Schirmherrn konnte man Herrn Landrat Dr. Klaus Metzger gewinnen, der selbst auch Mitglied im BLLV ist.

Nach den Zwischenentscheiden im südlichen und nördlichen Landkreis traten die 6 Sieger im Endfinale in Aichach gegeneinanderan und lieferten sich ein heißes Leserennen beim Vorlesen eines geübten und eines unbekannten Textes. Mit: „Der kleine Drache Kokosnuss reist um die Welt“ von Ingo Siegner, überzeugte der neunjährige Marcel die Jury und durfte den vom BLLV gestifteten Pokal mit nach Hause nehmen. Die anderen Teilnehmer, die ja bereits alle einmal gesiegt hatten, bekamen als kleinen Trost und als Geschenke Bücher, die sie sich selbst aussuchen durften. Die zahlreichen Fans und Gäste konnten mit den richtigen Losnummern Bücher gewinnen. Ein Highlight für die Klasse des Siegers dürfte die Autorenlesung mit Jugendbuchautorin Heidemarie Brosche werden.

 
Bild: Martina Ritzel, der letztjährige und diesjährige Sieger, Schulrätin Carola Zankl, Birgit Schubert, Dr. Klaus Metzger, Peter Burnhauser  (Vorstandsvors. der Raiffeisenbank) 

 

Fachlehrer informieren sich über rechtliche Grundlagen
Bericht, Bilder un Organisation: Marion Schaller

An der Mittelschule Kissing fanden sich Fachlehrer E/G sowie Fachlehrer m/t ein. Der Leiter der Rechtsabteilung des BLLV, Hans-Peter Etter, referierte kurzweilig über die Rechte- und Pflichten dieser Berufsgruppe.

 

 

Nach der Begrüßung durch Schulamtsdirektorin Ingrid Hillenbrand berichtete Herr Etter, anhand zahlreicher Beispiele aus seiner Praxis, in welcher Weise Aufsichtspflicht im Fachlehreralltag problematisch werden kann. Beruhigen konnte er die Teilnehmer dahin gehend, dass im Projektunterricht Schüler „sich beaufsichtigt fühlen“ müssen, jedoch nicht in jedem Raum eine ständige Aufsicht anwesend sein muss. Mit selbständigen Einkäufen und Recherchen außerhalb des Schulgeländes, im Rahmen einer Unterrichtsstunde, begeben sich Lehrer jedoch auf Glatteis. Oftmals befinden sich Fachlehrer in den Nachmittagsstunden alleine im Schulhaus und sind in Notfällen mit der Aufsicht der Schüler und des zu betreuenden Personenkreises überfordert. Hier zeigt sich schnell, dass es keine allgemeingültige Lösung gibt, aber formale Vorgaben, an die die Lehrer gebunden sind.

Berichte von Fachlehrern, die fachfremd Unterricht erteilen, häufen sich, stellen diese vor große Herausforderungen und werfen nicht nur rechtliche Fragen auf.

Verabreichung von Medikamenten, eine große Anzahl von Schülern in kleinen Werkräumen, aber auch Notengebung bzw. Bewertungen im Fachunterricht sind weitere Themen, welche die Fachlehrer gerne noch  ausführlicher diskutiert hätten.

Leider war der Nachmittag sehr schnell vorbei und viele Fragen konnten nicht mehr gestellt werden. Vielleicht kann der Kreisverband Aichach-Friedberg Herrn Etter ein weiteres Mal gewinnen, damit er sich unseren unzähligen Anliegen so kompetent und anschaulich annimmt wie an diesem Tag.

 

Politikergespräch 2015 mit MdL Peter Tomaschko

 

Beim letzten Treffen mit den BLLV-Vertretern hatte Peter Tomaschko angeregt, regelmäßig im Gespräch mit den Lehrern zu bleiben, um die Probleme vor Ort aus erster Hand zu erfahren. Deshalb war es Birgit Schubert, der KV-Vorsitzenden, ein Anliegen, auf die momentanen Rahmenbedingungen in Schulen einzugehen. Es nütze niemandem, die Mittelschule in der Öffentlichkeit mit negativen Schlagwörtern schlecht zu reden, ohne immer wieder auf ihre Vorzüge hinzuweisen. Besonders hinsichtlich der Praxisorientierung sei in den letzten Jahren in dieser Schulart sehr viel geleistet worden. Im Bildungsausschuss müssten die Probleme vor Ort den Politikern vor Augen geführt werden. In der Diskussionsrunde waren sowohl Schulleiter, Grundschullehrer, Mittelschullehrer, Förderlehrer als auch eine Verwaltungsangestellte vertreten.
Zunächst sprach Peter Tomaschko den Mittelschulen und ihren Lehrkräften ein großes Lob für ihre praxisorientierte, hervorragende Arbeit aus. Industrie und Handwerk bräuchten diese Abolventen dringend, um dem Fachkräftemangel in den nächsten Jahren zu begegnen.
 
Martina Ritzel entgegnete, dass die Eltern nach wie vor in der 4. Klasse nicht die Mittelschule, sondern Gymnasium oder Realschule bevorzugt wählen würden. Ein zu früher Übertritt sei nicht immer das Beste für das Kind. Es sei viel zu wenig bekannt, dass die Chancen, sich im Handwerk jederzeit weiterzubilden und beruflich aufzusteigen, enorm seien. Tomaschko warf ein, dass die Gehälter in Industrie und Handwerk die von Akademikern durchaus übersteigen können,. Deshalb müssten Imagekampagnen von Industrie und Handwerk bereits die Grundschuleltern erreichen. Nach der 4. Jahrgangsstufe würden die Weichen gestellt.
Tomaschko hielt trotzdem nichts von einer längeren gemeinsamen Schulzeit. In unserem gegliederten Schulsystem hätte jeder die Möglichkeit, seinen individuellen Weg zu wählen. In diesem Zusammenhang  sprach er sich auch für eine Beibehaltung der Förderschulen wie bisher aus.
 
Claudia Faßnacht betonte ausdrücklich, dass die Mittelschule in der Region einen sehr guten Ruf genieße, was aber nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, unter welchen Rahmenbedingungen die Lehrkräfte arbeiten müssten, um die Schüler so gut als möglich auf ihren zukünftigen Abschluss vorzubereiten. Asylantenkinder, zum Teil sogar Analphabeten, müssten gemeinsam mit allen anderen Schülern dieser Schulart eine gerechte Chance auf Bildung erhalten. Auch Übergangsklassen bräuchten viel mehr Stunden.
 
Tomaschko wies darauf hin, dass dafür im Nachtragshaushalt Stunden eingeplant wären
Förderlehrerin Rosi Kuttner bemängelte, dass aufgrund zahlreicher anderer Aufgaben wie Vertretungen, Deutschlerngruppen etc. eine kontinuierliche Förderung aller Schüler, die dies benötigen würden, nicht gewährleistet sei. Auch Tina Almannstötter schlug in di gleiche Kerbe. Die Verteilung der Förderlehrer nach dem Gießkannenprinzip sei nicht zielführend. Schubert meinte, es sei inzwischen auch der Regierung hinreichend bekannt, dass qualifiziertes Personal an allen Ecken und Enden fehlen würde. Besonders die Fachkräfte mit DAZ seien noch sehr rar. Tomaschko entgegnete, 18 Milliarden Euro seien bereits in die Bildung gesteckt worden, der Doppelhaushalt sähe das Doppelte vor. Auch würde die demografische Rendite ganz bei den Schulen bleiben, das heißt, 3500 Lehrerstellen blieben erhalten.
 
Auch Rudolf Neuberger forderte eine bessere Personalausstattung sowie mehr Leitungszeit für Schulleiter. Dies wäre dringend nötig, um den heutigen Anforderungen an Schulen gerecht zu werden.
Verwaltungsangestellte Wernetshammer wies zuletzt noch auf die heute nicht mehr passende Einstufung von Verwaltungsangestellten hin. Hier müsse der aktuelle Tätigkeitskatalog, der der Regierung schon lange vorliegt, endlich festgelegt werden und auch Beachtung finden.
 
Alles in allem war man sich einig, dass die Mittelschule sich auf einem guten Weg befindet, der jedoch durch Zuweisung von mehr Stunden und viel mehr Fachpersonal für die individuelle Förderung von Schülern noch besser ausgestattet werden muss.  
 

 

Politikergespräch 2015 mit MdL Dr. Simone Strohmayr

Die Mittel-und Grundschulen brauchen mehr Lehrer-und sonstiges Fachpersonal, wenn sie ihren anspruchsvollen Bildungsauftrag bestmöglich erfüllen sollen. Dies wollten einige Vorstandsmitglieder des BLLV-KV Aichach-Friedberg mit der Landtagsabgeordneten Dr. Simone Strohmayr thematisieren.